Arbeitslosengeld und Nebenverdienst

Beziehen Sie das reguläre Arbeitslosengeld, ALG I, dann sind Sie berechtigt eine selbständige oder eine nicht selbständige Nebenbeschäftigung auszuüben und ein Nebeneinkommen zu erwirtschaften. Dabei gilt zu beachten, dass die gesamte Wochenarbeitszeit aller Nebentätigkeiten zusammen unter 15 Stunden beträgt.

Sind Sie 15 Stunden oder mehr in Ihrem Nebenjob (oder in mehreren) tätig, dann gelten Sie nicht mehr als arbeitslos. Nicht mehr arbeitslos zu sein ist zwar eine schöne Nachricht für viele, aber beachten Sie bitte, dass dadurch auch der Anspruch auf Arbeitslosengeld weg fällt.

Sobald eine selbständige oder unselbständige Nebentätigkeit aufgenommen wird, muss dies der Agentur für Arbeit binnen 3 Werktagen mitgeteilt werden. Dann wird geprüft, ob die 15 Stunden-Grenze eingehalten oder überschritten wird und möglicherweise keine Arbeitslosigkeit mehr vorliegt. Wenn Sie Ihre Nebenbeschäftigungen nicht bei der Agentur für Arbeit melden, können die von Ihnen bezogenen Leistungen zurückgefordert werden und Sie müssen mit zusätzlichen Geldstrafen rechnen.

Anrechnung der Nebeneinkünfte:

Gab es vor der Arbeitslosigkeit keine Verdienste aus Nebenbeschäftigungen, dann steht jedem Empfänger von Arbeitslosengeld ein monatlicher Freibetrag in Höhe von 165 Euro zu. Dieser Freibetrag wird vom monatlichen Nebenverdienst abgezogen, um den Anrechnungsbetrag zu errechnen. Um diesen Anrechnungsbetrag wird dann das Arbeitslosengeld vermindert. So kann mit einem oder mehreren Nebenjobs maximal 165 Euro zum Arbeitslosengeld dazu verdient werden.
Wurden bereits vor Eintritt in die Arbeitslosigkeit Nebentätigkeiten ausgeübt, ist die Regelung etwas anders. Alle Nebentätigkeiten zusammen durften die Grenze von 15 Wochenstunden nicht überschritten haben und mussten in 12 Monaten der letzten 18 Monate vor Beginn der Arbeitslosigkeit ausgeübt worden sein. Dabei ist es irrelevant, ob es sich um selbstständige oder nicht selbstständige Tätigkeiten handelt. Wird bzw. werden die Nebentätigkeit/en auch während der Zeit der Arbeitslosigkeit fortgesetzt, gibt es für für jede Nebentätigkeit einen Freibetrag. Dieser Freibetrag entspricht dem erwirtschafteten monatlichen Nebenverdienst vor der Arbeitslosigkeit. Um das Risiko durch den Eintritt der Arbeitslosigkeit zu minimieren, kann daher gezielt eine Nebentätigkeit bis zu 15 Wochenstunden ausgeführt werden. Falls Arbeitslosigkeit eintritt, kann diese Nebentätigkeit fortgesetzt werden und das frühere Einkommen entspricht dem Freibetrag.

Fazit zu Arbeitslosengeld und Nebeneinkünfte:

- der Anspruch auf Arbeitslosengeld erlischt, wenn 15 Stunden oder mehr pro Woche einer Nebenbeschäftigung nachgegangen wird
- eine Nebentätigkeit muss muss der Agentur für Arbeit binnen 3 Werktagen mitgeteilt werden
- Für neu aufgenommene Nebentätigkeiten beträgt der Freibetrag 165 Euro
- Wurden schon vor Eintritt der Arbeitslosigkeit Nebeneinkünfte erzielt, entspricht der neue monatliche Freibetrag diesen Nebeneinkünften







Wo suchen Sie

Nebenverdienste?